Herzerwärmend. Verbindend. Lohnend. So beschreibt Tanja ihren Wahlkampfurlaub in drei Worten. Fünf Tage war sie in Magdeburg unterwegs, hat Wahlkampf gemacht, Flyer verteilt, am Stand gestanden, beim CSD und beim Sommerfest mitgeholfen und vor allem jede Menge Menschen getroffen.
Vor ihrer Abreise haben wir mit Tanja darüber gesprochen, warum sie überhaupt zum Wahlkampf nach Sachsen-Anhalt fährt. Jetzt ist sie zurück. Wir haben wieder mit ihr gesprochen. Wir lassen sie selbst – und ihre Bilder – erzählen.
Fünf Tage volles Programm
„Mein Programm vor Ort war vollgepackt und vielseitig.“
Am Mittwoch ging es nach der Anreise gleich zur Veranstaltung „Eiskalt gegen Faschismus“ der Grünen Jugend. Donnerstag: Betreuung eines Wahlkampfstands, Menschen ansprechen, anschließend Flyer aus der Geschäftsstelle holen und im Wohngebiet verteilen. Freitag wurden wieder Flyer vorbereitet und auf der Straße verteilt. Samstag stand der CSD und die Standbetreuung dort auf dem Programm und Sonntag beim Sommerfest der Grünen im Louise-Haus-Park hab ich den Merch-Stand betreut – gemeinsam mit Karin aus Ingolstadt sowie Michael und Gabi aus Aachen.




„Plötzlich waren wir ein Team“
Was Tanja besonders in Erinnerung geblieben ist, sind die vielen anderen Menschen, die ebenfalls von weit her angereist waren, um zu helfen:
„Das Sommerfest am Sonntag und die Zeit beim CSD am Samstag waren tolle Highlights. Was mir aber aus persönlicher Wahrnehmung am stärksten und extrem positiv in Erinnerung geblieben ist: Ich hatte im Alltag letztlich sehr viel mehr mit all den engagierten Wahlkämpferinnen und Wahlkämpfern zu tun, die aus ganz Deutschland angereist waren, als mit den Aktiven vor Ort. Zu erleben, wie Menschen von überall her (u. a. aus Ingolstadt, Aachen, Brandenburg, Bonn) zusammenkommen und sofort ein eingespieltes, enges Team bilden, war eine wirklich prägende Erfahrung.“


Und wie war die Stimmung?
„Überwiegend war die Stimmung sehr herzlich, offen und einladend. Es gab viele gute Gespräche mit Passanten, Familien und Aktiven vor Ort. Zur Wahrheit gehört aber auch: Es gab eine einzige sehr aggressive und lautstarke Anfeindung auf der Straße. Das war kurz unangenehm, aber zum Glück blieb es bei diesem einen isolierten Vorfall.“
Tanja hat trotzdem gespürt, dass Wahlkampf für die Grünen dort anders ist als bei uns in Schwalmtal.
„Der größte Unterschied liegt darin, wie gezielt man vorgehen muss und was die Menschen bewegt. In Sachsen-Anhalt habe ich ganz stark meine
Menschenkenntnis eingesetzt, um Personen anzusprechen, mit denen konstruktive Gespräche möglich waren – denn Ablehnung sah man manchen schon an Blicken und Gesten an.“
Und noch etwas ist ihr aus vielen Gesprächen geblieben: die Sorge vor der kommenden Landtagswahl.
„Ganz viele Menschen haben uns gesagt, dass sie die Grünen gezielt wählen, um zu verhindern, dass die AfD zu viele Sitze gewinnt oder gar eine alleinige Regierungsmehrheit erreicht. Es ging vielen vor allem darum, stabile demokratische Mehrheiten im Landtag zu sichern.“
Was bleibt?
CSD, Sommerfest, viele Gespräche, neue Kontakte – und einige Eindrücke, die Tanja nachdenklich gemacht haben.
„Extrem erschrocken hat mich, wie viele Rechte es in Magdeburg gegeben hat. Das war eine Präsenz im Stadtbild, die ich so aus unserer Region überhaupt nicht kenne, und ich hoffe sehr, dass wir so etwas bei uns in Schwalmtal nie erleben müssen.“
Dem gegenüber stehen die vielen Menschen, die Tanja kennengelernt hat und die sich engagieren. Aus der Region und von weit her angereist.
„Genau das hat für mich gezählt: Einfach da zu sein, fünf Tage voll mitzuhelfen und zu zeigen, dass man über Landesgrenzen hinweg zusammensteht.“
Würdest du wieder Wahlkampfurlaub machen?
Da muss Tanja nicht lange überlegen:
„Ich würde es nicht nur wieder tun – ich werde es definitiv wieder tun!“
Und anderen, die vielleicht beim nächsten Mal überlegen mitzufahren, sagt sie:
„Traut euch und fahrt mit! Natürlich ist es anstrengend, aber die neuen Freundschaften, die wertvollen Kontakte und die unbezahlbaren Erfahrungen sind jeden einzelnen Kilometer wert.“
Tanja ist allein aus Schwalmtal losgefahren – und hat in Magdeburg erlebt, dass sie alles andere als allein war.
Und wir hier in Schwalmtal? Wir sind stolz auf Tanja und ihren engagierten Einsatz für den Erhalt der Demokratie und wir sind froh, dass sie und ihr Hund Lotta wieder gesund zuhause angekommen sind (immerhin waren sie mit der Bahn unterwegs…*g). Apropos Lotta – Magdeburg hat ein neues Model hervorgebracht. 💚

Menschenkenntnis eingesetzt, um Personen anzusprechen, mit denen konstruktive Gespräche möglich waren – denn Ablehnung sah man manchen schon an Blicken und Gesten an.“
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