Mehrfach erzählten uns Bürger und Bürgerinnen aus Waldniel von Ratten in ihrem Garten, auf der Straße und sogar auf dem Schulhof der Grundschule. Wir haben daher folgenden Antrag gestellt:
Die Verwaltung wird beauftragt, eine umfassende Informations- und Präventionskampagne zur Rattenbekämpfung zu konzipieren und umzusetzen.
Ziel der Kampagne ist es, die Bevölkerung über bestehende kommunale Maßnahmen und Unterstützungsangebote zu informieren, die Meldung von Rattenbefall zu verbessern sowie präventive Verhaltensweisen zur Vermeidung von Rattenbefall zu vermitteln.
Um eine möglichst breite Wirkung zu erzielen, soll die Kampagne sowohl digital als auch analog über mehrere Kanäle und auch in Teilen mehrsprachig erfolgen.
Begründung
Aus der Bürgerschaft wurden zuletzt vermehrt Hinweise auf Rattenbefall im Ortsteil Waldniel gemeldet, unter anderem wurden uns die Bereiche der Lange Straße, Weiherstraße, Dülkener Straße sowie Am Zoppenberg genannt. Besonders sensibel ist die Situation rund um die Gemeinschaftsgrundschule Waldniel, da Ratten auf dem Schulgelände bei Eltern verständlicherweise große Verunsicherung auslösen.
Die Verwaltung hat hierzu ausgeführt, dass bereits ein Fachunternehmen mit der Bekämpfung auf dem Schulgelände beauftragt wurde, regelmäßig Maßnahmen im Kanalnetz durch die Schwalmtalwerke erfolgen, sowie ein etabliertes System existiert, bei dem nach Meldung aus der Bevölkerung ein Schädlingsbekämpfer auch auf privaten Grundstücken tätig wird – kostenfrei für die Eigentümerinnen und Eigentümer.
Diese bestehenden Maßnahmen sind ausdrücklich zu begrüßen und zeigen, dass die Gemeinde bereits verantwortungsvoll und strukturiert handelt.
Das zentrale Problem liegt jedoch nicht primär im Fehlen von Maßnahmen, sondern in der fehlenden Sichtbarkeit und Nutzung dieser Angebote.
Viele Bürgerinnen und Bürger wissen nicht, dass sie Rattenbefall melden können, an wen sie sich konkret wenden müssen und dass die Gemeinde auch die Bekämpfung auf privaten Grundstücken übernimmt.
Gleichzeitig ist die Verwaltung aber auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen, um gezielt tätig werden zu können.
Damit entsteht eine klassische Informationslücke: Maßnahmen sind vorhanden – werden aber nicht ausreichend genutzt.
Das macht eine Kampagne notwendig. Fachbehörden wie das Umweltbundesamt betonen, dass eine nachhaltige Rattenbekämpfung nur dann erfolgreich ist, wenn neben der Bekämpfung auch Prävention und Aufklärung erfolgen.
Die Kampagne soll:
- Transparenz schaffen: Wer ist zuständig? Wie kann ich Befall melden? Welche Unterstützung bekomme ich?
- Anzahl der Meldungen erhöhen durch niedrigschwellige, einfache Kontaktmöglichkeiten
- Prävention stärken durch konkrete Alltagstipps zur Vermeidung von Rattenbefall
- Sicherheitsgefühl verbessern, insbesondere im Umfeld von Schulen und sensiblen Orten
Damit die Kampagne wirksam ist, sollte sie bewusst mehrere Kommunikationswege kombinieren:
- Digitale Maßnahmen, Beispiele:
- prominente Platzierung auf der Gemeindehomepage
- Social-Media-Kampagne (z. B. Facebook, Instagram)
- kurze Erklärvideos („Was tun bei Ratten?“)
- Online-Meldeformular (möglichst einfach und mobil nutzbar)
- QR-Codes auf Flyern und Plakaten
- Analoge Maßnahmen, Beispiele:
- Flyer an alle Haushalte (oder gezielt in betroffenen Gebieten)
- Plakate im öffentlichen Raum
- Infoschreiben über Schulen und Kitas
- Aushänge in Bürgerbüro, Arztpraxen, Supermärkten
- Artikel in RP und Osemont
Zur fachlichen Unterstützung/Inspiration kann auf bestehende Materialien zurückgegriffen werden, z. B. vom Umweltbundesamt https://www.umweltbundesamt.de/rattenmanagement
Beispielhafte Umsetzung von Mehrsprachigkeit auf Plakaten und Website: https://informiert.osnabrueck.de/de/aktuelles/stadt-osnabrueck-startet-mehrsprachige-aufklaerungskampagne-zur-rattenbekaempfung/
Fazit: Die Gemeinde handelt bereits – aber ihr Handeln wird zu wenig wahrgenommen und genutzt. Eine Informationskampagne ist daher ein einfacher und wirksamer Schritt, um bestehende Maßnahmen zu stärken, die Bevölkerung einzubinden und das Problem langfristig besser zu kontrollieren.
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