BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Nelkenweg 2
41366 Schwalmtal
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Schwalmtal (biro) Rosemarie Vossen, Schulamtsdirektorin beim Kreis Viersen, konnte die Schwalmtaler Politiker im Schul- und Kulturausschuss am Dienstagabend nicht überzeugen: Zur Einrichtung eines „regionalen Bildungsnetzwerks“ im Kreis Viersen wollten die Fraktionen vorerst kein Votum abgeben.
Die regionalen Bildungsnetzwerke sollen das Modellprojekt „Selbständige Schule“ ablösen, das Schulen vor Ort mehr Handlungsspielraum lassen soll. Nur durch eine Vernetzung zwischen Schulträgern, Schulen, Schulaufsicht und weiteren Institutionen sei aber die „selbständige Schule“ zu verwirklichen, so das Fazit des nach sechsjähriger Laufzeit 2008 beendeten Modellprojekts.
Zu Beginn des kommenden Jahres soll, so heißt es in der Vorlage der Verwaltung, eine „Regionale Geschäftsstelle“ im Kreis Viersen die Arbeit aufnehmen. Von dort aus soll das „Bildungsnetzwerk“ gesteuert werden. Unmittelbare Kosten für die Gemeinden entstünden daraus nicht, heißt es. Aber: „Über die Kreisumlage sind sie jedoch an den Kosten beteiligt.“ Nun hatte der Kreis die angehörigen Städte und Gemeinden um Stellungnahme gebeten - Abgabefrist: gestern.
„Die Tragweite ist enorm“
Weil aus der Vorlage keine konkreten Zahlen hervorgingen (und die Vorlage selbst der Politik offenbar erst drei Tage vorher zugestellt worden war), wehrten sich alle Fraktionen am Dienstagabend, eine Entscheidung zu treffen. „Uns würde der Kostenaufwand interessieren“, stellte Fraktionsvorsitzender Lothar Höckendorf (CDU) klar. „Ich glaube nicht, dass dadurch eintritt, was alle wünschen: dass nämlich die Kreisumlage sinkt.“ Hermann-Josef Güldenberg (CDU) erklärte mit Blick auf die anwesenden Leiter der Schwalmtaler Schulen: „Die Tragweite dieses Beschlusses ist enorm, was die Belastung von Menschen betrifft, die ohnehin schon belastet sind.“ Zudem gefalle ihm der Stil der Vorlage nicht, „das ist alles sehr schwammig formuliert“. Die schwammige Formulierung sei beabsichtigt, warf Rosemarie Vossen ein, „damit die Kommunen ihre Schwerpunkte selbst setzen können“. Manches sei aber „so verdammt schwammig formuliert, da muss sich manch einer überlegen, ob man so etwas überhaupt schreiben kann“, schob Prof. Dr. Bernd Simonis (FDP) nach. Und bei solch einem Projekt müsse doch jemand sagen können, was das kosten solle. „Wir können doch nicht abstimmen, wenn wir überhaupt nicht wissen, wohin das führt. Da komme ich mir vereimert vor!“, pflichtete Barbara Brunkau (SPD) bei. Nein, erklärte Rosemarie Vossen, „das Projekt ,selbständige Schule’ läuft ja jetzt aus, das ,regionale Bildungsnetzwerk’ ist der Nachfolger. Die Erfahrungen in dieser Form sind noch nicht so, dass man konkret etwas sagen könnte.“
Ihm gefalle nicht, „dass da was übergestülpt wird - Kooperationen müssen von unten kommen“, so Stephan Joebges (Grüne). Die Einrichtung des Bildungsnetzwerks soll zu einem späteren Zeitpunkt erneut diskutiert werden.
Vorlage Die komplette Sitzungsvorlage ist im Internet einzusehen unter www.schwalmtal.de - Rathaus und Politik - Sitzungen - Sitzungsvorlagen - Ausschuss für Schule, Kultur und Tourismus.
Hier gelangen Sie direkt zur Vorlage.
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Quelle:
Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH
Publikation: Rheinische Post Viersen
Ausgabe: Nr.150
Datum: Donnerstag, den 01. Juli 2010
Seite: Nr.12
Sehr geehrter Herr Bürgermeister!
Wir beantragen, dass der Rat beschließt,
1. den neuen Schulentwicklungsplan gemeinsam mit den Gemeinden Schwalmtal Brüggen und Niederkrüchten aufzustellen.
2. im Rahmen des Schulentwicklungsplans die Vor- und Nachteile eines Schulverbunds Brüggen - Niederkrüchten - Schwalmtal zu untersuchen
3. die Möglichkeiten von gemeindeübergreifenden Teilstandorten bei den weiterführenden Schulen zu überprüfen.
Begründung:
Der demographische Wandel, die mangelnde Anpassung des Schulsystems am Elternwillen und der Erhalt eines attraktiven öffentlichen Lebens zwingen uns, die Schulentwicklungsplanung gemeindeübergreifend zu gestalten, wenn wir Schulschließungen vor allem bei den weiterführenden Schulen verhindern wollen. Ein guter Schulstandort ist ausschlaggebend für die Ansiedlung junger Familien. Schule bietet auch Unterkunft für Vereine, Musikschule, Volkshochschule und die Möglichkeit, öffentliche Veranstaltungen durchzuführen. Ist eine Schule erst weg, haben die Kinder und Jugendlichen weniger mit dem unmittelbaren Leben in der Gemeinde zu tun. Vereine und Verbände - von der Feuerwehr bis zum Sportverein dünnen aus.
Jenseits der ideologisch aufgeladenen Schulstrukturdiskussionen auf Landesebene brauchen wir gerade im ländlichen Raum des Westkreises pragmatische, nachfragegerechte und wohnortnahe Schulangebote, um die Abwanderung der Jugendlichen in die Städte zu verhindern.
Mit freundlichen Grüßen Manfred Böttcher |

Schüler überfordert, Eltern genervt, Lehrer frustriert, der Nachhilfemarkt boomt, über 500 Gesamtschulanmeldungen im Kreis Viersen abgelehnt. Die erste Zwischenbilanz nach der Einführung der verkürzten Gymnasialzeit (G8) in NRW sieht nicht gut aus. Grund genug für Sigrid Beer, bildungspolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion beim „Grünen Donnerstag“ im Viersener Remigiushaus in den Dialog mit betroffenen Lehrern, Eltern, Schülern, Beratern und Kommunalpolitikern zu treten.
Philipp Gockel, Schülersprecher im Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasium, konnte die rund 35 anwesenden Eltern beruhigen. So gestresst wie in den Medien berichtet, seien seine Mitschüler aus der Klasse 5 nicht. Unterrichtsausfall mindere den Druck, weil Lehrerstellen nicht besetzt seien. „Schwierigkeiten bereiten allerdings die zweite Fremdsprache, die mangelnde Verpflegung und die schlechte Organisation der verkürzten Gymnasialzeit“. Ähnlich sehen es die Elternpflegschaftsvorsitzende Jutta Pitzen und der Schulleiter Wolfgang Stoffel. Zwar gäbe es keinen Grund zur Panik, allerdings nerve die Reformhektik und Konzeptionslosigkeit, die die Landesregierung bei der Umsetzung der verkürzten Gymnasialzeit an den Tag legt. Stoffel: „Da gibt es gravierende handwerkliche Fehler. Lehrpläne, Stoffverteilung und Schulausstattung sind noch nicht angepasst. Es fehlt eine Mensa.“
Schulpsychologe Georg Viehoff sieht die Defizite nicht nur in den fehlenden Mensa: „Mangelnde Unterstützung aus dem Elternhaus und hoher gesellschaftlicher Anpassungsdruck erschweren zunehmend die Identitätsfindung der Heranwachsenden.“
Für Rainer Neuss, bildungspolitischer Sprecher der Viersener Grünen steht fest: „Die hohen Anmeldezahlen bei der Gesamtschule zwingen uns zum Handeln. Politik muss dem Elternwillen nachkommen.“ Neben einer Erweiterung der Gesamtschule fordert Neuss eine andere Lernkultur.
Ebenso die Landtagsabgeordnete Sigrid Beer: „Es geht in der Schule darum, Kompetenzen für eine eigenständige Lebensbewältigung zu entwickeln.“ Dies funktioniere nur mit individueller Förderung und einer Lernkultur ohne Druck und Angst. „Die ursprünglich rot-grüne Idee der Schulzeitverkürzung in NRW zielte auf Wahlmöglichkeiten in Klasse 11, die schwarz-gelbe Umsetzung auf Abschottung des Gymnasiums schon ab Klasse 5.“ Dass die Landesregierung jetzt die angekündigte Oberstufenreform aussetze und mit „Mogelpackungen“ wie dem 1000-Schulen-Programm und der erhöhten Bildungspauschale hektisch versucht, den Eltern- und Lehrerprotest aufzufangen, verstärke die desaströse Umsetzung einer an sich guten Idee. So auch Wolfgang Stoffel: „Schließlich wird die zwölfjährige Schulzeit in anderen europäischen Ländern oder auch in Thüringen wesentlich besser als Nordrhein-Westfalen umgesetzt.“ Mit einem Hinweis auf die berufsbildenden Schulen macht Reiner Neuss deutlich, dass es auch attraktive Wege zum Abitur außerhalb des Gymnasiums gibt.
Offenbar veranlassten der Glockenschlag der Remigiuskirche und der am Abend mehrfach erwähnte „G8-Stress der nervösen Mittelschicht“ den grünen Kreisvorsitzenden und Moderator Manfred Böttcher am Ende der zweistündigen Diskussion zu einer tröstenden jedoch nicht beweisbaren Vermutung: „Gott ist zwar allwissend, aber er hat kein Abitur“.
Wie sieht die Schullandschaft in Schwalmtal im Jahr 2015 aus? Turbo-Abitur und sinkende Schülerzahlen fordern politisches Handeln. Mit der Zukunft des Schulzentrums Waldniel beschäftigt sich jetzt ein Arbeitskreis. VON HELGA SEIFERT
Schwalmtal. Stephan Joebges ist ganz nah dran an den Sorgen und Nöten von Schülern und Eltern. Der Grünen-Politiker und Vorsitzende des Fördervereins der Gemeinschaftsgrundschule Waldniel organisiert täglich den Mittagstisch für knapp 200 Kinder in den Offenen Ganztagsgrundschulen in Waldniel und Amern. Joebges setzt sich dafür ein, auch an Haupt- und Realschule sowie am Gymnasium ein Mittagessen anzubieten: „Viele Eltern fragen sich, wie geht es nach dem vierten Schuljahr weiter?“ Alleinerziehende und Familien, in denen beide Elternteile berufstätig sind, stellt die Hausaufgabenbetreuung zunehmend vor Probleme. Hinzu kommt, dass an den weiterführenden Schulen schon heute regelmäßig Nachmittagsunterricht erfolgt, „im Hinblick auf das Turbo-Abitur wird er zur Regel“, so Joebges.
Die Kinder und Jugendlichen ohne vernünftige Mahlzeit zu unterrichten, halten Schwalmtals Grüne für unverantwortlich. Die Umweltpartei beantragte deshalb, einen Arbeitskreis zur „Zukunftssicherung des Waldnieler Schulzentrums“ zu bilden. Der soll sich nicht nur mit einem Mensa-Neubau beschäftigen, sondern Lösungsansätze erarbeiten, wie das Schulangebot trotz sinkender Schülerzahlen erhalten werden kann. CDU, SPD und FDP unterstützen die Initiative. Im Schulausschuss deutet sich jedoch an, dass die CDU eine Diskussion über die Zukunft der Hauptschule Schwalmtal vor der Kommunalwahl gerne umgehen würde. Das könnte fatale Folgen haben. Aufgrund der vorliegenden Anmeldezahlen wird die Hauptschule im Schuljahr 2008/2009 nur noch eine Eingangsklasse bilden, und die Perspektiven für die nahe Zukunft sehen noch düsterer aus.
Manfred Böttcher (Grüne): „Die einfachste Lösung wäre: Haupt-und Realschule zusammenzulegen. Aber die Gemeinschaftsschule, wie sie die Landesregierung favorisiert, ist nicht unser Ziel. Warum sollen wir nicht neue Wege gehen?“ Die Umweltpartei steht zum dreigliedrigen Schulsystem, kann sich aber schulübergreifende Orientierungsstufen vorstellen. „Die Frage ist, wie kann dieses System mit immer weniger Kindern funktionieren?“ In den Nachbarkommunen sei die Situation nicht anders; auch dort wolle man künftig Schulen füllen. „Im Wettbewerb müssen wir die Attraktivität des Schulstandortes Schwalmtal stärken“, so Böttcher.
Fraktionschef Jürgen Heinen ist überzeugt, dass immer mehr Eltern die Schulwahl nach der Ganztagsversorgung treffen: „Für die junge Generation müssen Beruf und Familie vereinbar sein. Sie sieht in der Ehe keine Versorgungseinrichtung mehr.“ Diese Bedürfnisse sollten in die Zukunftssicherung des Schulzentrums einfließen, „die Mensa ist ein erster Schritt auf diesem Weg“.
Quelle: Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Publikation: Rheinische Post Viersen Ausgabe: Nr.84 Datum: Donnerstag, den 10. April 2008 Seite: Nr.12
Schwalmtal (hs) Eine gemeinsame Mensa für das Gymnasium, Real- und Hauptschule soll das Schulzentrum Waldniel - unabhängig von der Diskussion über künftige Schulsysteme - schon bald attraktiver machen. Das Wie und Wo wollen Vertreter aller Ratsfraktionen und Schulen in einem Arbeitskreis erörtern. Die Grünen haben als Standort für die Mensa einen Anbau an die Rückwand der Aula des Gymnasiums in Richtung Realschule vorgeschlagen. Die Mensa wäre für alle gut erreichbar. Denkbar ist eine Anbindung ans Foyer der Aula. So ließe sich auch das Catering für gesellschaftliche Veranstaltungen in der umgebauten Aula lösen. Außerdem könnte die Gemeinde im Mensa-Anbau auf sanitäre Anlagen verzichten: Toiletten sind im Keller unter dem Foyer vorhanden.
Quelle: Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Publikation: Rheinische Post Viersen Ausgabe: Nr.84 Datum: Donnerstag, den 10. April 2008 Seite: Nr.12
Elternwille Die Gesamtschulen im Kreis Viersen erleben zur Zeit einen regelrechten Run. Mehr als 500 Mädchen und Jungen mussten abgelehnt werden. Die Ganztagsbetreuung ist ein Argument, das aus Sicht vieler Eltern für die Gesamtschule spricht. Andere wehren sich gegen die frühe Aufteilung ihrer Kinder in die verschiedenen Schulformen. -
Quelle: Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Publikation: Rheinische Post Viersen Ausgabe: Nr.84 Datum: Donnerstag, den 10. April 2008 Seite: Nr.12

Auf Initiative von Stephan Joebges, grünes Mitglied im Ausschuss für Schule, Kultur und Tourismus, Vorsitzender des Fördervereins der Gemeinschaftsgrundschule Waldniel, hat der Rat der Gemeinde Schwalmtal einstimmig beschlossen, einen Arbeitskreis Schule zu gründen. Er soll sich mit dem Bau einer Mensa am St. Wolfhelm-Gymnasium und mit der Schwalmtaler Schullandschaft der Zukunft beschäftigen. Dies ist dringend nötig, weil die Hauptschule in ihrer Existenz gefährdet ist. Den Artikel aus den Grenzland-Nachrichten finden Sie hier

Offene Ganztagsschule aber wie?" - Diese Frage diskutierten Silvia Löhrmann (Fraktionsvorsitzende und bildungspolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen im Landtag NRW - siehe Foto), Elke Lorleberg (Rektorin der Gillbachschule in Rommerskirchen) sowie der Schwalmtaler Bürgermeisterkandidat Jürgen Heinen mit rund 60 Besucherinnen und Besuchern in einer Veranstaltung des grünen Ortsverbands am Mittwoch, 7. Juli 2004.