BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Nelkenweg 2
41366 Schwalmtal
Tel. 02163-20 17 64
Fax 02163-20 17 65
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Nach der Randale, die Jugendliche am Altweiberdonnerstag 2010 an der Michaelspassage auslösten, waren sich die Verantwortlichen einig, dass der Rathaussturm 2011 jugendgerechter werden sollte. Doch offenbar hat sich im vergangenen Jahr niemand so recht Gedanken gemacht, wie ein jugendgerechter Rathaussturm aussehen könnte. So scheitern auch 2011 gut gemeinte, aber nicht rechtzeitig verfolgte Ideen. Ein Teil der vorhandenen Mittel für Jugendarbeit fließt jetzt in den Sicherheitsdienst, der Gewalt verhindern und die Jugendlichen beim friedlichen Konsum von Würstchen und alkoholfreien Getränken unterstützen und die innere Sicherheit in Schwalmtal stärken soll. Lesen Sie mehr in einem Ausriss aus den Grenzland-Nachrichten vom 3. Februar 2011.

Er glokalisiert Kunst, indem er Felix Droese, Setsuka Fukushima oder Konrad Mock unter einem Dach vereint: der Amerner Mühlenturm. Auf der einen Seite sorgt der Meerbuscher Kurator Bernd R. Meyer mit seinem Konzept für Weltläufigkeit, auf der anderen Seite sorgen heimische Künstler für Bodenständigkeit. Böttcher hatte Bernd R. Meyer eingeladen, um nach fünf Jahren eine Bilanz seines ehrenamtlichen Engagements zu ziehen. Die fiel unterm Strich positiv aus, auch wenn manche Ausstellungen mehr Zuspruch von SchwalmtalerInnen verdient hätten. Lesen Sie hier mehr zum Mühlenturm.
Es ist gut 5 Jahre her, da wurde Bernd R. Meyer aus Meerbusch bei dem Besuch einer Kunstausstellung auf den Mühlenturm Amern aufmerksam. Begeistert von dieser Ausstellungsörtlichkeit wuchs in ihm die Idee einer temporären Galerie für die Gemeinde Schwalmtal. Mit seinem ansteckenden Enthusiasmus und dem Gespür für Kunst überzeugte er und so entstand im November 2005 in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Schwalmtal die temporäre Galerie „Unsere Galerie - Der Turm".
Bernd R. Meyer hat den Mühlenturm Amern als Ort kultureller Kommunikation, als Ort Kunst öffentlich zu machen, als Ort, wo nationale sowie internationale Künstler ausstellen weit über die Grenzen Schwalmtals hinaus bekannt gemacht. Dank seines ausgeprägten Organisationstalents verbunden mit einer schon „künstlerischen" Überzeugungskraft schafft er es immer wieder das Unmögliche möglich zu machen. Ein Beispiel hierzu: Am „Tag der Kunst" 2009 wurde der Schwalmtaldom durch den Kölner Künstler Prof. Rainer Plum illuminiert und im wahrsten Sinne des Wortes zum „Highlight" dieser Kunsttage.Seit dem Start mit der 1. Ausstellung „Wind über dem Schwalmtal" im November 2005 fanden bis dato 12 Ausstellungen statt. B. Meyer konnte namhafte Künstler wie Victor Popov, Felix Droese, Prof. Jörg Eberhard, Arandus, Setsuko Fukushima und viele andere für dieses Projekt gewinnen,
Für Bernd Meyer ist diese ehrenamtliche Engagement Ehrensache, denn Kunst ist ein Lebenselixier, das - temporär verabreicht - den Menschen Horizonte öffnet. Quelle: Mitteilungsblatt der Gemeinde Schwalmtal vom 24. September 2010 (Woche 38/Nummer 9 - Seite 2
Schwalmtal Hintergründig, symbolträchtig, surrealistisch oder einfach nur witzig entfaltet der Schwalmtaler Konrad Mock malerisch seine Sicht von Welt. Dabei bleibt der 51-Jährige der gegenständlichen Gestaltung treu. Mock stellt bis zum 19. September zum dritten Mal im Mühlenturm Amern aus. Wie in früheren Jahren bündelt er die Vielfalt der Themen und Motive unter einem plattdeutschen Titel. Mit dem Ausruf „Noe kiek dech dat eens an“ lädt er zur Turmbesteigung über vier Etagen ein und betont über den Dialekt den Bezug zu Land und Bevölkerung.
Damit dürfte er bei Manfred Böttcher auf offene Ohren gestoßen sein. Denn zur Vernissage betonte der Kommunalpolitiker, dass die Gemeinde im Mühlenturm wesentlich öfter Künstler aus den eigenen Reihen vorstellen möchte. Zur gut besuchten Eröffnung servierte die Gruppe „Dry“ mit Mocks Bruder Stefan, Michael Heinen und Günter Rixen das musikalische Rahmenprogramm. „Liebevoll gebeten“ führte Mocks Ehefrau Karin in die Bildwelt ihres Mannes ein. Sie verwies auf den symbolischen Gehalt der oft wiederkehrenden Motive praller Lippen, Eierschalen und offener Landschaften. Beruflich ist Mock in der metallverarbeitenden Industrie für Qualitätssicherung zuständig. Doch 81 ausgestellte Kleinformate und 92 „normal“ große Bilder - bevorzugt in Acryl, aber auch Öl, Graphit und Airbrush - beweisen ein leidenschaftliches Verhältnis zur Malerei. Mock mag die Vielfalt: Er versetzt z.B. naturalistische Tierbilder in reduzierte Landschaften, konterfeit Idole, rückt Aktfiguren in Licht- und Schattenspiele. 81 Kleinformate reiht er plakativ zur Reizüberflutung, um ein genaues Hinsehen einzufordern. Zum „Dessert“ umspielt Mock Illusion, Welttheater und Bibelbezug. Die Mäntel zweier Randfiguren scheinen sich zum Vorhangmotiv zu schließen, das den Blick freigibt auf ein Liebespaar unter einem abgestorbenen Baum. Äpfel assoziieren die Vertreibung aus dem Paradies, während der Bildausschnitt scheinbar von der malerisch angelegten Steinfläche gelöst wird. Im unterkühlt ausgeleuchteten Ambiente inszeniert Mock in Airbrush „Die Dinge des Lebens“ mit Todesbegegnung. Der Maler bringt sich auch selbst ins Bild, gemeinsam mit seinem Atelierfreund, dem am Niederrhein heimisch gewordenen Amerikaner Derek Wallen.
Mocks Bilder sind bis zum 19. September im Mühlenturm Amern, Dorfstr. 1, zu sehen, samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr, nach Vereinbarung unter % 02163 102 43.
Quelle:
Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH
Publikation: Rheinische Post Viersen
Ausgabe: Nr.211
Datum: Freitag, den 10. September 2010
Seite: Nr.18
Dr. Ingrid Misterek-Plagge, Geschäftsführerin des Kulturraums Niederrheins, machte sich am 29. Juni im Ausschuss für Schule, Kultur und Tourismus stark für eine regionale Vernetzung der kulturellen Aktivitäten. Sie würde sich freuen, wenn im Viersener Westkreis Ideen und Initiativen enstehen, die den ländlichen Raum kulturell aufwerten. Mehr zum Kulturraum Niederrhein lesen Sie
hier.
Schwalmtal (RP) Einen großen Publikumszuspruch fand die Eröffnung des 6. Tages der Kunst in Schwalmtal. Stolz und zufrieden präsentierten die Organisatorinnen Stefie Postler-Lamken und Margot Buscher sowie die Gleichstellungsbeauftragte Dietlind Bielefeld die repräsentativen Kunstobjekte der 22 teilnehmenden Künstler und Künstlerinnen im Foyer des Bürgerhauses. Ein äußerst schwieriger Raum für Kunstausstellungen, da er überwiegend aus Fensterseiten besteht, so dass manche Bilder zu Leuchtbildern werden. Da kommen die Acrylbilder von Mo Kleinen im Trauzimmer des Bürgerhauses wesentlich besser zur Geltung. Doch ist dies immerhin eine Möglichkeit, jeden Künstler vorzustellen. Mehr Künstler und Orte Das Hauptaugenmerk liegt natürlich auf den unterschiedlichen Ausstellungsorten und Ateliers, in denen die Künstler für ein Wochenende und teilweise sogar länger ihre Arbeiten angemessen präsentieren können. Sowohl die Zahl der Teilnehmer als auch die der Ausstellungsorte ist in den fünf Jahren, in denen es den Tag der Kunst in Schwalmtal gibt, gewachsen. Neben dem Bürgerhaus werden in den Katholischen Kirchen in Waldniel, Lüttelforst, Waldnieler Heide und der Evangelischen Kirche in Amern Arbeiten gezeigt, ebenso in der St. Antonius Residenz, dem Schmiedenhof und den Praxisräumen Bayer und dem Mühlenturm sowie in den Ateliers Buscher, Mitzkeit, Reinhardt, Hinz, Kocchiu, Pielen und der Atelier-Gemeinschaft Dilkrath.
Teilnehmer sind Mo Kleinen, Wolfgang Hahn, Rolf Erkens, Margot Buscher, Regina Hegemann, Anne Behrens, Uwe Mitzkeit, Hilse Reinhardt, Anne Stapf, Friederike Hinz, Christiane Koken, Dagmar Reichel, Karl-Heinz Heming, Roberto Kocchiu, Viktor Brizuela, Heidrun Pielen, Hans-Peter Trampert, Norvert Kostka, Ellen Katterbach, Brigitte Zarm, Karin Poltoraczyk und Jürgen Drewer.
Quelle: Rheinische Post – Grenzland Kurier vom 28.6.2006
Mancher mag sich heute fragen, was eine politische Partei wie die Grünen in Schwalmtal dazu bewegt, den 4. Kunsttag finanziell zu unterstützen. Sicher spielen vordergründig sowohl der Ärger über die ungeschickte Kultur- und Haushaltspolitik der hiesigen Mehrheitsfraktion als auch die diesjährigen Kommunalwahlen eine Rolle. Das ist aber keinesfalls ausschlaggebend, denn 1. will die Mehrheitsfraktion schon seit vielen Jahren anders als wir 2. trennen uns noch lange 14 Wochen von den Kommunalwahlen und 3. wird der nächste Kunsttag sowieso wieder von der Gemeinde Schwalmtal finanziell unterstützt, nachdem unser Kandidat Jürgen Heinen zum Bürgermeister gewählt worden ist.
Nein, der Hauptgrund unserer finanziellen Beteiligung am Kunsttag liegt woanders. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN versuchen eine Politik zu verfolgen, mit der globale Gerechtigkeit und ein menschenwürdiges Dasein für alle heute Lebenden und für die nach uns kommenden Generationen erreicht werden kann. Auch wenn er in manchen Debatten zur Allerweltsfloskel verkommt, für dieses Ziel steht immer noch der Begriff der nachhaltigen Entwicklung. Und Nachhaltigkeit bedeutet nicht nur Windräder, Klimaschutz oder die Sicherung der Grundsubstanz unserer Sozialsysteme. Nachhaltigkeit verwirklichen heißt auch für jeden von uns Abschied zu nehmen von alten Denkweisen und Verhaltensmustern und Abschied zu nehmen von zukunftsgefährdenden Lebensstilen, die uns zur Gewohnheit geworden sind. Nachhaltigkeit bedeutet auch, unsere Vorstellungen von Fortschritt, Wachstum und Wohlstand zu überprüfen. Nachhaltigkeit heißt, unser traditionelles Bild von einem guten Leben neu zu zeichnen.
Von Albert Einstein stammt die Erkennntnis, dass wir ein Problem nicht mit derselben Art des Denkens lösen können, durch die das Problem entstanden ist. Die aktuelle Debatte um den Sozialstaat scheint es zu bestätígen: Nicht immer bringt uns unser technisch-instrumentelles Denken einer Problemlösung näher. Wir müssten eigentlich viel mehr an unseren gewohnten Denkmustern kratzen und uns für vielfältige und alternative Zukunftsmöglichkeiten öffnen.
In diesem schwierigen Prozess hilft uns die Kunst, denn lineares Denken, Effizienz und Zweckrationalität liegen ihr fern. Kunst ist mehr als das ästhetische Sahnehäubchen für die gestresste Seele, sie ist mehr als ein weicher Standortfaktor, der die Touristen und Unternehmen an den Ort lockt. Kunst ist auch und vor allem ein sprachunabhängiges Instrument der Welterkenntnis, sie schafft Raum für utopisches Denken, sie eilt der Zeit voraus. Kunst erzeugt nicht nur Einsicht oder Übersicht, sondern auch Voraussicht und Neusicht. Kunst provoziert und protestiert. Der Zukunftsforscher Robert Jungk hat festgestellt, dass sich wesentliche gesellschaftliche Veränderungen immer zuerst in der Kunst und Kultur ankündigen.
Wenn wir also in Politik und Gesellschaft nachhaltige Entwicklung als ernsthaftes Leitbild verfolgen, wenn wir unsere Zukunft menschengerecht gestalten wollen, dann müssen wir technokratische Sachlichkeit mit künstlerischer Sinnlichkeit verbinden.
Daher ein herzliches Dankeschön an die Künstler und Künstlerinnen und an die Organisatoren, dass Sie uns heute die Dimension der künstlerischen Sinnlichkeit nahebringen.
In diesem Sinne, meine Damen und Herren, wünscht Ihnen der Schwalmtaler OV von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, dass Sie sich die 11 Ausstellungen nicht nur gern anschauen, sondern auch über die Dinge nachdenken, die uns die ausgestellten Werke für unser Leben mitzuteilen haben. Gutes Gelingen!
Manfred Böttcher