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22. Juni 2010

Zurück zum eigenen Netz

Die Grünen lehnen die Fusion der Niederrheinwerke mit der NVV Mönchengladbach und den Verkauf von Gemeindewerken ab. Sie wollen die Netze wieder vollständig kommunalisieren und RWE-Einfluss zurückdrängen.

Kreis Viersen Stadt- und Gemeindewerke sollten auf Kreisebene Kooperationen eingehen. Den Vorschlag machen die Grünen als Alternative zu Bestrebungen der Viersener Niederrheinwerke, mit der Mönchengladbacher NVV zu fusionieren. Unternehmen mit anderer Beteiligung sollten in die kommunalen Hände zurückgeführt werden - inklusive der Netze.

„Wir verstehen unseren Vorschlag als Gegenpol zu den Aktivitäten der Niederrheinwerke“, erklärte gestern die Vorsitzende der Kreistagsfraktion, Marianne Lipp. Grundlage ist ein Beschluss der Kreiskonferenz vom vergangenen Wochenende. Die Fraktions- und Parteivorsitzenden der Grünen sind sich darin einig, dass die Daseinsvorsorge in kommunaler Hand bleiben muss. Das betrifft die versorgung mit Strom, Gas und wasser, die Entsorgung und auch den Nahverkehr. Gleichzeitig wollen die Grünen den wachsenden Einfluss des Energieriesen RWE stoppen und wenn möglich zurückdrängen.

Es gebe „nichts Sensibleres als Stadtwerke“, meint der Schwalmtaler Gemeinde- und Kreispolitiker Jürgen Heinen. Die Grünen könnten den Widerstand der anderen Städte und Gemeinden gegen die Hochzeit der Niederrheinwerke und der NVV sehr gut nachvollziehen. Daher sollten Gemeindewerke ihre Selbstständigkeit bewahren, aber in einem ersten Schritt Kooperationen eingehen, um unter dem wachsenden Wettbewerbs- und Investitionsdruck leistungsfähig zu bleiben. Dies verhindere den drohenden Verkauf der Schwalmtalwerke AöR oder der Gemeindewerke Grefrath. Möglich ist nach Auffassung der Grünen auch der Rückkauf der Netze, die nicht mehr in kommunaler Hand sind, sowie von Gesellschaftsanteilen, die beispielsweise in Viersen und Willich nicht mehr vollständig der Stadt gehören.

„Durch eine Zusammenarbeit werden Stadtwerke und die kommunale Familie im Kreis als region gestärkt. Von der Wertschöpfung aus Energie und Dienstleistung profitierten alle“, erklärt Marianne Lipp. Sinnvolle Unterstützung leisten kann nach Auffassung der Grünen dabei die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises. Konkret hat die Partei dabei die dezentrale Energieerzeugung im Blick. Vorreiter könne das Projekt „Sonnefeld statt Rollfeld“ auf dem früheren Militärflughafen in Elmpt sein.

Die Grünen wollen die im Kreistag vertretenen Parteien für ihren Vorschlag gewinnen. Es müsse möglich sein, die Chancen einer Kooperation auszuloten. „Entscheidungen treffen in solchen Fragen immer Politiker und nicht Geschäftsführer“, erklärt Jürgen Heinen. Die müssten aber alle Alternativen kennen.

- /LUDGER PETERS


Quelle:
Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH
Publikation: Rheinische Post Viersen
Ausgabe: Nr.142
Datum: Dienstag, den 22. Juni 2010
Seite: Nr.9

12. August 2009

Energiedorf Schwalmtal

Brüggen/Schwalmtal (tre) Beeindruckt zeigte sich jetzt der energiepolitische Sprecher der grünen Landtagsfraktion, Reiner Priggen. Im Rahmen seiner „Energietour“ besuchte er die Baustelle der Biogasanlage Schwalmtal im Krinsend samt dem Schulzentrum Schwalmtal sowie die sich in Bürgerhand befindende Brachter Photovoltaik-Anlage auf den Dächern der Grund- und Gesamtschule. „Ich bin besonders vom Konzept der Biogasanlage beeindruckt“, äußerte er sich. Nicht nur das Gas an sich, sondern auch die entstehende Wärme werde gut genutzt. Damit spielte er auf das Schulzentrum Schwalmtal an, das mit dieser Biowärme beheizt, während das Gas ins offizielle Netz eingespeist werden wird. Als wahre Schönheit bezeichnete Priggen die Schuldächer. Er sei sich sicher, dass in 20 Jahren keine Dachpfannen mehr auf den Häusern wären, sondern nur noch Solarzellen.

 

Energieautark bis 2030

 

Damit startete Priggen einen Ausblick in die energetische Zukunft. In dieser sieht er nur noch Passivhäuser, die ohne Heizung auskommen und deren Dächer mit einer neuen Generation von Dünnschichtzellen überzogen sind. Zellen, die doppelt so effektiv sind wie heute und durch deren Leistung nicht nur der Strombedarf eines Hauses, sondern ebenfalls der zweier Elektrofahrzeuge gedeckt wird zuzüglich der Einspeisung von Kilowattstunden ins Netz. Kein Öl und Gas aus anderen Staaten, sondern Energie aus Schwalmtal. „Ein energieautarkes Schwalmtal im Jahre 2030 ist möglich. Es ist keine technische Frage mehr, sondern eine Frage, ob man es will“, bemerkte Priggen. Schwalmtal könne eine Energieexport-Region mit zahlreichen Arbeitsplätzen sein.

 

Überhaupt sieht der energiepolitische Sprecher gerade in der Wirtschaftskrise eine Chance für die regenerativen Energien, denn sie bedeuten Arbeitsplätze. Der Sektor sei so gefragt wie nie. Hier gelte es Chancen zu nutzen. Dass man in Schwalmtal auf dem richtigen Weg sei, das sah auch Jürgen Heinen, der Bürgermeisterkandidat der Grünen in Schwalmtal, so. Mit den Biogasanlagen, den Windrädern und einer Reihe von Solaranlagen auf den Dächern trage man unter anderem einen nicht unwesentlichen Beitrag zur CO2-Reduktion bei. Er sprach von Schwalmtal als autarkes Ökodorf. „Wir tun alles, damit es weiter geht“, versprach Heinen.

 


Dem schlossen sich die Bundestagskandidatin für den Kreis Viersen, Gaby Bailey, und die Landratskandidatin für den Kreis Viersen, Marianne Lipp, an. Reiner Priggen nutzte die Gelegenheit und warb zudem für die Anschaffung von Photovoltaik-Anlagen in privater Hand. Die Kosten für die Anlagen seien gesunken, die Zellen seien so günstig wie noch nie. Dazu kämen stabile Vergütungspreise. „Es ist eine gute Zeit, sich auf den Weg zu machen“, betonte er.

Quelle: Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Publikation: Rheinische Post Viersen Ausgabe: Nr.185 Datum: Mittwoch, den 12. August 2009 Seite: Nr.18

Lesen Sie Öffnet externen Link in neuem Fensterhier den Bericht der Grenzland-Nachrichten.

 

5. Mai 2009

Musterschreiben Steuerrückerstattung

8. Dezember 2008

Biogasanlage im Krinsend

Unter Anwesenheit des Bürgermeisters Schulz fand heute der Spatenstich für die Biogasanlage im Schwalmtaler Krinsend statt. Sie wird über ein Blockheizkraftwerk jährlich 4,8, Millionen Kilowattstunden Strom produzieren. Die anfallende Wärme wird über ein Nahwärmenetz verteilt. Hauptabnehmer sind die Gemeinde und das Antoniuszentrum. Nicht nur Landwirte, auch Bürger(innen) können sich an der Biogasanlage beteiligen. Weitere Informationen erhalten Sie Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterhier .

16. April 2008

CDU gescheitert - Kläranlage gerettet

Es war wohl doch mehr als der im Dezember 2007 nach der angeblich krankheitsbedingten Abstimmungsniederlage vom CDU-Fraktionsvorsitzenden Lothar Höckendorf angekündigte formale Akt. Nach fast zweijährigen Diskussionen und drei Abstimmungsversuchen ist die CDU-Fraktion am 15. April im Rat endgültig mit ihrem Antrag gescheitert, die Amerner Kläranlage auf den Niersverband zu übertragen. Und das trotz einer absoluten Mehrheit. Offenbar hielten mindestens drei CDU-Ratsmitglieder unsere guten Argumente für stichhaltiger als die ihres eigenen Fraktionsvorsitzenden. Ein Sieg nicht für uns Grüne, sondern auch für die Schwalmtaler Gebührenzahler(innen) und die Mitarbeiter(innen) der Schwalmtalwerke!

22. März 2006

Mit Biogas in Schwalmtal reich werden?

Mit rund 50 Teilnehmer(inne)n fand am 21. März 2006 die Gesprächsrunde der Schwalmtaler  Grünen "Mit Biogas in Schwalmtal reich werden?" statt.

Biogas als Energieträger hat offenbar Potenzial. Dies beweisen nicht zuletzt die rund 2.700 Biogasanlagen, die in Deutschland mit Gülle und nachwachsenden Rohstoffen Strom erzeugen. Auch in Schwalmtal soll eine neue Biogas-Anlage entstehen. Was ist überhaupt Biogas? Setzt das beschränkte Aufkommen an Gülle und Reststoffen der Biogas-Entwicklung nicht viel zu enge Grenzen? Oder sollen Energiepflanzen wie Mais oder Weizen gezielt zur Vergärung angebaut werden? Was ist mit dem Trinkwasserschutz? Was ist mit Holz als Einsatzstoff? Wie wird der Biogasstrom ins Netz eingespeist? Wie kann die anfallende Abwärme genutzt werden? Kann das Biogas auch ins Erdgasnetz eingespeist werden? Welche Chancen hat Biogas als Kraftstoff? Wie sicher sind die Biogasanlagen? Wie ist die Belästigung durch Lärm, Geruch und Lieferverkehr? Was ist mit Klimaschutz und Energiebilanz? Was kennzeichnet einen günstigen Biogas-Standort? Wie groß sollte eine wirtschaftlich und technisch vernünftige Biogasanlage sein? Kann sie nur als "privilegierter Bau im Außenbereich" geplant werden oder gibt es noch andere Möglichkeiten? Wie läuft das Genehmigungsverfahren ab? Wie wirtschaftlich ist die Biogas-Erzeugung? Wer verdient daran? Wie funktionieren Gemeinschaftsbiogasanlagen als Bürgerbeteiligungsmodell? Welche Möglichkeiten gibt es in Schwalmtal?

Es diskutierten und referierten u.a. Dipl. Ing. Ralf Block (Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterBigatec GmbH) Dipl.Kfm. Fred Heyer (Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterReEnergie Niederrhein GmbH) Dipl-Ing. Holger Weißen (Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterpro2 – Anlagentechnik GmbH).