BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Nelkenweg 2
41366 Schwalmtal
Tel. 02163-20 17 64
Fax 02163-20 17 65
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
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| Rund 50 Gäste fanden am 25. Februar den Weg in den Bürgersaal der Gemeinde Schwalmtal, um dem Verein „Schwalmtaler Bündnis für Familie e.V." zu einem erfolgreichen Start zu verhelfen. | ||
| Schwester Jordana vom Kinder- und Jugenddorf Bethanien eröffnete die Veranstaltung und erzählte zu Beginn, wie schön es doch sei, in Schwalmtal leben und arbeiten zu können. Sie führte gleichzeitig unterhaltsam und mit Tiefgang durch den Abend. | ||
| Mit musikalischen Darbietungen begeisterte die Geigerin Dunja Haurenherm, die von ihrer Mutter Su-In am Klavier begleitet wurde. | ||
| Bürgermeister Reinhold Schulz legte in seiner Begrüßung noch einmal ausführlich und nachdrücklich dar, wie wichtig auch für ihn in Zeiten des demografischen Wandels das Bündnis für Familie in Schwalmtal sei. | ||
| Die Mitinitiatorin Maria Beiten führte durch die Entstehungsgeschichte des Bündnisses und erläuterte die bereits bestehenden Arbeitsgruppen und Projekte. | ||
| Sie stellte die Gründe dar, die zur Wahl des Vereinsstatus geführt hätten. Hermann Josef Güldenberg erklärte die vorläufige Satzung. Ein wichtiges Ziel sei es, das Bündnis als Selbsthilfeverein stärker in der Bürgerschaft zu verankern. Dazu stelle die passive oder aktive Mitgliedschaft im Verein eine gute Möglichkeit dar. | ||
| Als Vorstand für den neuen Verein wurden gewählt: | ||
| • | erste Vorsitzende: Maria Beiten | |
| • | zweiter Vorsitzender: Hermann Josef Güldenberg | |
| • | Schatzmeisterin: Hanna Poral | |
| • | Beisitzerinnen: Dietlind Bielefeld und Michaela Erdmann | |
| Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, die Lebensbedingungen aller Altersgruppen, insbesondere von Kindern, Jugendlichen und Familien positiv zu gestalten und das Zusammenleben der Generationen in Schwalmtal zu verbessern. | ||
| Feierlich wurde die Satzung von den Mitgliedern unterschrieben. | ||
| Viele bekundeten ihr Interesse an einer aktiven Unterstützung des Vereins und ließen sich bereits als Interessenten vormerken. | ||
| Der Mindestbeitrag für den neuen Verein beträgt einen Euro im Monat. Nach dem musikalischen Abschluss der Veranstaltung war Gelegenheit gegeben, in lockerer Atmosphäre auf die Vereinsgründung anzustoßen. | ||
| Für Rückfragen und Informationen steht Frau Bielefeld bei der Gemeinde Schwalmtal unter der Tel. Nr. 02163/946 192 oder per mail dietlind.bielefeld(at)gemeinde-schwalmtal.de zur Verfügung. | ||

"Wir begrüßen ausdrücklich das Urteil des Bundesverfassungsgerichts", erklärt die Vorsitzende der NRW-Grünen, Daniela Schneckenburger, zum Kippen der Hartz IV-Regelsätze von Kindern durch die Bundesverfassungsrichter. "Das Gericht teilt die Auffassung der Grünen, dass es ein Gebot der Menschenwürde ist, die Bedarfe für Kinder für den Regelsatz eigenständig zu ermitteln. Kinder sind eben nicht nur kleine Erwachsene - sie wachsen schnell und haben schon allein deswegen spezifische Bedarfe z. B. bei der Kleidung. Die Bundesregierung muss jetzt schnell nachbessern. Kinderarmut hat gerade darin eine Ursache, dass der wirkliche Bedarf von Kindern in den Regelsätzen nicht berechnet ist" Landtagskandidatin Martina Maassen ergänzt in der heutigen Rheinischen Post: "Kinder von Hartz IV-Beziehern haben wie alle anderen auch ein Recht auf ein lebenswertes Leben, soziale und kulturelle Teilhabe.“
Das Schwalmtaler Bündnis für Familie will sich den Vereinsstatus geben, um aus dem bisher lockeren Zusammenschluss eine feste Organisation zu machen. Die Gründung ist Ende Februar, Mitstreiter werden gesucht.
Schwalmtal. Mit vielen Aufgaben sah sich das Lokale Bündnis für Familie in Schwalmtal bei der Gründung vor zwei Jahren konfrontiert. Oberstes Ziel: Die Gemeinde für Familien attraktiver machen, Angebote vernetzen, Kontakte knüpfen, Mitstreiter gewinnen, Unternehmen und Vereine einbinden. Aus dem lockeren Zusammenschluss gingen im Laufe der Zeit mehrere Arbeitskreise hervor, darunter der Literaturkreis, der Kreis „Miteinander-füreinander“, das Familientelefon, die Arbeitsgruppe „familienfreundliche Unternehmen“ und das Projekt „Familienatlas“.
Doch gerade bei diesem Projekt zeigte sich, dass der lockere Zusammenschluss nicht ausreicht: „Dieser Wegweiser unter dem Arbeitstitel ,Familienatlas’ soll Adressen von Ansprechpartnern, Vereinen, Institutionen und kommerziellen Anbietern bündeln, die für Familien hilfreich sein können“, beschreibt Maria Beiten, Mitinitiatorin des Bündnisses, das Projekt. Doch das Heft muss gestaltet und gedruckt, Sponsoren müssen gesucht werden. „Uns fehlt die feste Struktur, mit der wir auch Spenden annehmen und Gelder ausgeben können“, sagt Beiten. Denn beim „Familienatlas“, der im Frühjahr erscheint, soll es nicht bleiben: Das Bündnis plant Workshops zu Familien-Themen, will ein eigenes Logo entwickeln und auch den Schwalmtaler Unternehmen ein Logo verleihen, die sich als familienfreundlich erwiesen haben. Vom Vereinsstatus versprechen sich die Initiatoren nicht nur, handlungsfähiger zu werden, sondern durch die feste Struktur mit Vorstand und Mitgliedern auch effizienter arbeiten zu können.
Nun steht die Vereinsgründung an. Sie soll am Donnerstag, 25. Februar, um 19 Uhr im Bürgersaal im Waldnieler Rathaus stattfinden. Schwester Jordana Schmidt OP vom Kinderdorf Bethanien konnte als Moderatorin gewonnen werden, alle Interessierten sind eingeladen, sich bei einem Glas Sekt über die Aktivitäten des Bündnisses zu informieren.
Mit der Vereinsgründung geht Schwalmtal neue Wege. Denn obwohl inzwischen nach Initiative des Bundesfamilienministeriums zahlreiche Kommunen bundesweit diese Bündnisse ins Leben gerufen haben, gibt es nur wenige, die als eingetragener Verein agieren, wie etwa in Braunschweig oder Gießen. Durch den Verein wolle man das Bündnis auf eigene Füße stellen, „es soll auf Dauer angelegt sein“, sagt Mitinitiator Hermann-Josef Güldenberg. Einen Vorschlag für den ersten Vorstand des zu gründenden Vereins haben die Initiatoren schon erarbeitet, doch letztlich entscheidet das Votum der Mitglieder. Im Gespräch sind Beiten, Güldenberg sowie Hanna Poral. „Wir möchten den Verein anfangs begleiten, weil wir über die Erfahrung verfügen, sind aber optimistisch, dass uns dann andere ablösen werden“, sagt Güldenberg.
Quelle:
Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH
Publikation: Rheinische Post Viersen
Ausgabe: Nr.37
Datum: Samstag, den 13. Februar 2010
Seite: Nr.12
Das Schwalmtaler „Bündnis für Familie“ hat drei örtliche Unternehmen als familienfreundlich ausgezeichnet. Die Ehrung soll nicht nur Anerkennung sein, sondern vor allem weitere Betriebe zum Mitmachen anregen.
Schwalmtal Dass ihr Unternehmen als familienfreundlich ausgezeichnet wird, hat Ferdi Buffen und Karl-Josef Dammer von der Geschäftsleitung des Agrarhandels Weuthen dann doch überrascht. „Wir sind ein kleiner Mittelständler, bei uns kennt man sich. Und wenn man merkt, dass es irgendwo hakt, egal ob bei der Kinderbetreuung oder der Arbeitszeit, muss man eben eine Lösung finden. Das ist doch selbstverständlich.“ So formuliert es Buffen, der jetzt gemeinsam mit Dammer die Auszeichnung als „familienfreundliches Unternehmen“ vom Schwalmtaler „Bündnis für Familie“ entgegennahm.
Dafür hatte das Schwalmtaler Bündnis örtliche Unternehmen angeschrieben und einen Fragebogen mitgeschickt. Darin sollten die Betriebe etwa angeben, ob es Unterstützung für die Mitarbeiter gibt, wenn die Kinderbetreuung mal ausfällt, ob flexible Arbeitszeiten möglich sind, wie Eltern während der Elternzeit Kontakt mit dem Betrieb halten können und vieles mehr. „Von 55 angeschriebenen Unternehmen schickten 15 die Bögen zurück“, sagt Maria Beiten vom Arbeitskreis „Familienfreundliche Unternehmen“ im Bündnis.
Weuthen erhielt die Auszeichnung unter anderem für besondere Angebote für Wiedereinsteiger nach der Elternzeit, die Vermittlung von Betreuungsplätzen oder Tagesmüttern und die Übernahme von Betreuungskosten. „Und wenn eine Mutter das Kind mal für einen Morgen mit ins Büro bringt, weil die Tagesmutter ausgefallen ist, ist das auch kein Problem“, sagt Buffen.
Ebenfalls ausgezeichnet wurde die Volksbank Schwalmtal, die die Auszeichnung unter anderem deshalb erhielt, weil sie flexible Arbeitszeitmodelle anbietet wie etwa Job-Sharing, Vertrauensarbeitszeit, Teilzeit während der Elternzeit, mobile Telearbeit und Teamarbeit. Auch die Schwalmtaler Firma Tacken gehört zu den familienfreundlichen Unternehmen, unter anderem aufgrund einer - auch geplanten - Kooperation mit anderen Betrieben bei der Kinderbetreuung, der Möglichkeit, Arbeit mit nach Hause zu nehmen und auch deshalb, weil Tacken den Punkt „Familienorientierung“ mit in die Unternehmensleitsätze aufgenommen hat. Familienorientierung werde für Unternehmen immer wichtiger, ist sich auch Ferdi Buffen sicher. „Wir wollen keine Fluktuation, sondern Mitarbeiter, die über Jahre und gerne bei uns arbeiten“, sagt er.
Neben der Urkunde will das Schwalmtaler Bündnis nun noch ein Logo erstellen lassen, das die ausgezeichneten Betriebe für sich verwenden dürfen. Wenn Schwalmtaler Unternehmen als besonders familienfreundlich bekannt werden, könnte dies auch mehr Familien nach Schwalmtal locken, ist sich Bürgermeister Reinhold Schulz sicher, „deshalb hoffen wir, dass sich auch andere Betriebe von den Ideen inspirieren lassen und mitmachen.“
- /BIRGITTA RONGE
Quelle:
Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH
Publikation: Rheinische Post Viersen
Ausgabe: Nr.289
Datum: Freitag, den 11. Dezember 2009
Seite: Nr.20


SCHWALMTAL Beim „Grünen Donnerstag“ zum Thema Jugendgewalt beklagte Pädagogin Gaby Bailey das „katastrophale Verhalten“ von Eltern und forderte mehr Konsequenz und Regeln in der Erziehung: „Mit unendlicher sozialarbeiterischer Betroffenheit kommt man nicht weiter.“ Das folgert sie aus Jahrzehnte langer Arbeit mit auffälligen Jugendlichen. In Berlin-Kreuzberg habe sie mit türkischen Gangs gearbeitet, die „paar Jungs, die sich zu uns verirrt haben, hofiert, was das Zeug hielt“ - und sei gnadenlos gescheitert. Zwölf Jahre arbeitete sie anschließend in Irland, betreute deutsche Mädchen, die in der Heimat als unerziehbar galten.
Wer setzt den Eltern Grenzen? Aus geschlossenen Jugendeinrichtungen seien die Jugendlichen für mindestens ein Jahr auf die grüne Insel gekommen, ohne Hoffnung auf einen Schulabschluss. „In Deutschland hatten Psychiater festgestellt, sie seien nicht beschulbar, in Irland machten sie das Abitur“, fasste Bailey den Verlauf mancher Karrieren zusammen. Die irische Strenge habe sie „sehr konservativ“ werden lassen, sagte die Diplom-Pädagogin. Ganztagsschule als Lebensmittelpunkt der Kinder, Schuluniformen, vor allem aber „Strukturen und klare Definitionen der Rollen von Erwachsenen und Kindern“ hätten dafür gesorgt, dass am Ende ihrer Arbeit bei 126 Jugendlichen keine zehn Tage geschwänzter Schule zusammenkamen. Wenn sie die zu ihr kommenden Ergebnisse von Erziehung sehe, frage sie sich: „Wer setzt eigentlich den Eltern Grenzen?“ Sie beklagte eine „Verwöhnungs-Verwahrlosung“ - Fazit: „Wer nicht lernt, mit Messer und Gabel zu essen, der kommt in seinem Leben selbst mit Abitur nicht weit.“Anti-Gewalt-Trainer Bernd Parakenings ergänzte, er stelle bei seiner Arbeit immer wieder fest, dass er eigentlich nicht in die Schulklassen, sondern in die Elternhäuser gehen müsse. Er forderte vor allem, dass die Eltern sich mehr Zeit für ihre Kinder nehmen sollten. Grünen-Kreistagsabgeordnete Maria Beiten erinnerte in der von Manfred Böttcher geleiteten Diskussion an die Jugendlichen, die nicht auffällig werden. Auch denen fehlten in Schwalmtal Jugendeinrichtungen und gute Freizeitangebote. Markus Kurth, sozialpolitischer Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion aus Dortmund, beklagte die „schnelle Suche nach einfachen Lösungen“. Jugendliche bräuchten mehr Anerkennung, sagte er. Der Schwalmtaler Grünen-Fraktionschef Jürgen Heinen berichtete von „kontinuierlich sinkenden Fallzahlen“ in der Gemeinde. Für Schwalmtal frage er sich: „Wo ist eigentlich das Problem?“ Dem widersprach Werner Thiel vom Kreis-Jugendamt: Die Zahl der von der Jugendgerichtshilfe erfassten Fälle sei in den letzten zehn Jahren um rund 50 Prozent gewachsen.
- /FRANK SCHLIFFKE
Quelle: Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Publikation: Rheinische Post Viersen Ausgabe: Nr.81 Datum: Montag, den 06. April 2009 Seite: Nr.14

Am 31. Dezember endet die gesetzliche Bleiberechtsregelung. Zusätzlich zu den sonstigen Voraussetzungen müssen die bisher in Schwalmtal geduldeten Flüchtlinge nachweisen, dass sie ihren Lebensunterhalt eigenständig sichern können. Nur so können sie einen sicheren Aufenthalt erlangen. Wir Grüne waren und sind die Garanten einer menschenrechtlich orientierten Flüchtlingspolitik.
Aktuell wollen wir verhindern, dass die Bundesregierung ihre eigene sog. Altfallregelung für langjährig Geduldete leerlaufen lässt. Von ihr haben 29.000 Menschen profitiert – allerdings haben sie meist eine Aufenthaltserlaubnis erhalten, die nur verlängert wird, wenn Ende 2009 deren Lebensunterhalt "überwiegend eigenständig durch Erwerbstätigkeit gesichert ist".
Allen ist klar: Aufgrund der Wirtschaftskrise wird nur ein Bruchteil das schaffen - der Rest wird in die alten (Ketten-)Duldungen zurückfallen und ist akut von der Abschiebung bedroht! Dies wollen wir nicht für Schwalmtal und überall. Lesen Sie hier unseren Vorschlag für eine hoffentlich gemeinsame Resolution des Gemeinderats.

Die Arbeitsgruppe "Familienfreundliche Unternehmen" stellt sich vor.
Eltern kennen den Stress: "Kann ich meine Kinder rechtzeitig aus der Kita abholen? Was sagt mein Chef, meine Chefin, wenn ich wieder früher los muss, um mein Kind abzuholen?" Fragen, die Eltern, die Beruf und Familie vereinbaren wollen, immer wieder die Schweißperlen auf die Stirn treiben.
Eltern erfüllen eine wichtige Aufgabe in unserer Gesellschaft und haben es doch oft so schwer, den Spagat zwischen Sicherung des Lebensunterhalts und der verantwortungsvollen Erziehung der Kinder zu meistern.
Ziel der Arbeitsgruppe „Familienfreundliche Unternehmen" ist es, die Lebens- und Arbeitsbedingungen für Familien zu verbessern und Unternehmen und Gesellschaft für die Belange von Mitarbeitern mit Familie zu sensibilisieren. In Schwalmtal wäre schon viel erreicht, wenn die Berufswelt von Eltern familienfreundlicher gestaltet würde. Denn berufstätige Eltern wünschen sich „Zeit für Kinder und Zeit für Arbeit" in einer lebenswerten Balance.
Der Arbeitskreis möchte als erste Aktion einen Fragebogen für Mitarbeiter und für Unternehmen herausgeben.
•Für Mitarbeiter: sie werden nach ihren Bedürfnissen, z.B. Arbeitszeiten, Betreuungszeiten und -wünschen gefragt. Welche Probleme oder Engpässe bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie haben sie?
•für Arbeitgeber: sie werden nach der Struktur der Mitarbeiter gefragt. Wie viele Frauen und Männer sind im Unternehmen beschäftigt? Wie viele Mitarbeiter haben Kinder? Welche Arbeitszeitmodelle gibt es? Kann der Arbeitsort (Telearbeit) nach Hause verlegt werden? Wie sieht es mit der Akzeptanz und Berücksichtigung von familiären Belangen der Mitarbeiter aus? Gibt es unterstützende Maßnahmen für Mitarbeiter mit Kindern (Betreuung, Vermittlung von Betreuung, finanzielle Unterstützung)?
Unternehmen fragen sich: „Wie finde ich gute Mitarbeiter und halte sie vor Ort." Sie können durch familienfreundliche Angebote im Besonderen zur Bindung der Mitarbeiter ans Unternehmen beitragen. Auch Motivation, Loyalität und Produktivität der Mitarbeiter können durch diese Angebote gesteigert werden.
Als ein neues Projekt ist die Einführung eines Familienpasses geplant. Geschäfte/Unternehmen könnten dann Inhaber dieses Familienpasses Preisnachlässe gewähren. Eintrittspreise im öffentlichen Schwimmbad und der Bibliothek könnten z. B. für Familien verbilligt angeboten werden. Im Gegenzug könnten Geschäfte/Unternehmen mit einer Plakette/Logo die Zugehörigkeit zum Bündnis zeigen. Erfreulicherweise hat Boris Tacken (TACKEN GMBH) seine Mitarbeit im Arbeitskreis zugesagt. Für sein Unternehmen überlegt Herr Tacken, einen Betriebskindergarten einzurichten.
Unternehmen und Mitarbeiter, die Interesse an den Fragebögen oder Mitarbeit des Arbeitskreises „Familienfreundliche Unternehmen" haben, wenden sich bitte an:
Arbeitsgruppe:"Familienfreundliche Unternehmen"
Maria Beiten, Tel.: 02163-57 15 788, m.beiten(at)web.de
Dietlind Bielefeld, Koordinatorin, Tel.: 02163-94 6192, dietlind.bielefeld(at)gemeinde-schwalmtal.de
Das Lokale Bündnis für Familie in Schwalmtal lebt. Knapp 100 Gäste erlebten gestern seine Geburtsstunde. Bürgermeister Reinhold Schulz unterstrich: „Kinder sind unser wichtigstes Kapital.“ Ohne sie, ohne Familien, habe Schwalmtal keine Zukunft. VON HELGA SEIFERT
Schwalmtal. Kein Mensch ist eine Insel. „Fette Bankkonten können keinen Rollstuhl schieben“, brachte Johannes Giesen, Bürgermeister in Straelen, den demografischen Wandel mit all seinen Problemen gestern auf den Punkt. Die niederrheinische Gemeinde aus dem Kreis Kleve fördert seit Jahren generationsübergreifende Projekte und eröffnete 2007 ein Haus für die Familie. Schwalmtal hat sich diese Erfahrungen zunutze gemacht. Seit gestern gibt es auch hier ein Lokales Bündnis für Familie. Geburtshilfe leistete nicht nur der Straelener Bürgermeister. Maria Beiten, Birgit Bünger, Joachim Hambücher und Hermann-Josef Güldenberg erledigten wichtige Vorarbeit. Das Quartett unterzeichnete mit Bürgermeister Reinhold Schulz die Bündnisdeklaration.
Sie ist quasi das Versprechen, in Schwalmtal ein familienfreundlicheres Klima zu schaffen. „Heute geht’s los. Jetzt brauchen Sie Praktiker, die wissen, wo der Schuh drückt“, machte Johannes Gießen Mut. Die ersten Praktiker kamen gleich zu Wort. Mit im Bündnis-Boot sind bereits drei Arbeitgeber: die Firmen Tacken, Kamps GmbH und das Bethanien-Kinderdorf. Boris Tacken, Jan Hertzberg, Christof Venten (beide Kamps) und Klaus Esser (Kinderdorf) tragen durch flexible Arbeitszeit-Modelle dazu bei, dass sich Familie und Beruf nicht ausschließen. „Familienfreundlich zu sein, kann niemals von Nachteil sein“, bekundete Tacken unter dem Beifall der Anwesenden. Dass es sich lohnt, auf Familienbelange Rücksicht zu nehmen, verdeutlichte Roswitha Dammesch, deren Betrieb in Mettmann von der Industrie- und Handelkammer 2005 zum familienfreundlichsten Unternehmen gekürt wurde. Der Krankenstand in ihrer Firma ist niedrig, „und zufriedene Mitarbeiter kündigen nicht“. Gerade im Hinblick auf den Facharbeitermangel sei eine familienfreundliche Personalpolitik im Interesse der Wirtschaft.
Noch steckt das Lokale Bündnis in Babyschuhen. Es ans Laufen zu bringen, ist nun Aufgabe der Bürger. Gestern tagten erste Arbeitsgruppen mit den Schwerpunkten Elternberatung, Elternatlas, Familienfreundliche Unternehmen und Plattform für Aktive. Ideen kann hier jeder Bürger einbringen. „Ich finde es unendlich traurig, wenn junge Menschen sich heute bei der Familienplanung fragen: Können wir uns ein Kind überhaupt leisten? Das müssen wir ändern - alle zusammen“, appellierte Hermann-Josef Güldenberg. „Kinder müssen uns willkommen sein. Dafür müssen wie die gesamte Gesellschaft ins Boot holen“, befand auch Bürgermeister Schulz. Da hatte Dr. Jan Schröder (Servicebüro Lokale Bündnisse für Familie, Bonn) als Moderator, Veranstalter und „Geburtshelfer“ leichtes Spiel. - /HELGA SEIFERT
Frauen-Union
Schwalmtal (wiwo) „Wir setzen uns ein für ein lebenswertes und lebendiges Schwalmtal“ schreibt sich die Frauen-Union der CDU Schwalmtal auf die Fahnen. Im Juni vergangenen Jahres hat sie sich wieder gegründet, nachdem der erste Anlauf vor einigen Jahren im Sande verlief.
Die Vorsitzende Vera de Rijk und ihr Team wollen das jetzt besser machen und klassische Frauen-Themen wie Jugend, Familie und Soziales besetzen. Zu einem ersten Ideenaustausch trafen sich nun zehn Frauen in der Gaststätte Waidmannsheil. Die Themenpalette war breit gestreut und reichte von Problemen auf Spielplätzen, über Generationenfragen, Müll im Waldnieler Ortskern, Verkehrsproblemen in Amern bis hin zu vorbeugenden Maßnahmen im Hinblick auf Jugendkriminalität. Ganz konkret möchte sich die Frauen-Union im Lokalen Bündnis für Familie in Schwalmtal einbringen. Im Nachgang zu Gründungsversammlung sollen entsprechende Aktivitäten angestoßen werden: „Wir wollen mal abwarten, welche Möglichkeiten sich dann bieten.“
Bürgermeister Reinhold Schulz motivierte die Frauen, nicht locker zu lassen: „Frauenspezifische Fragen werden von Männern oftmals abgetan, weil sie dahingehend keine Erfahrungen haben. Es ist positiv, dass Sie nicht die Welt verändern wollen. Ich bin überzeugt, dass sich so Schritt für Schritt auch Erfolge einstellen.“ Die Frauen-Union Schwalmtal hat derzeit 30 Mitglieder und arbeitet daran, dass es mehr werden. „Es ist jedoch schwierig, die Menschen zu bewegen“, so de Rijk. Ganz bewusst sind die Zusammenkünfte daher auch für Nicht-Mitglieder offen.
Quelle: Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Publikation: Rheinische Post Viersen Ausgabe: Nr.98 Datum: Samstag, den 26. April 2008 Seite: Nr.12
Ohne Kinder keine Zukunft Schwalmtal macht Ernst mit seinem lokalen Bündnis für Familie. Die Gründungsveranstaltung am 25. April soll möglichst viele Bürger für die Idee einer familienfreundlichen Gemeinde begeistern. VON HELGA SEIFERT
Schwalmtal. Jutta P. würde gerne etwas zum Haushaltsgeld der vierköpfigen Familie beisteuern. Eine flexible Arbeitszeit ist wegen der Kinder wünschenswert, doch familienfreundliche Arbeitgeber sind rar. Herbert S. ist aus dem Berufsleben ausgeschieden, aber er fühlt sich noch lange nicht zum alten Eisen gehörig. Zwei Beispiele von vielen, denen das lokale Bündnis für Familie neue Perspektiven eröffnen kann. „Miteinander und füreinander da zu sein, ist für die Zukunft von entscheidender Bedeutung“, sagt CDU-Ratsherr Hermann Josef Güldenberg. Die Christdemokraten gaben gemeinsam mit den Grünen den Anstoß, Jung und Alt in der Gemeinde näher zu bringen und Belange der verschiedenen Generationen ernster zu nehmen. Bei Bürgermeister Reinhold Schulz und den anderen Parteien liefen sie damit offene Türen ein. „Die demografische Entwicklung stellt die Gesellschaft schon in naher Zukunft vor große Probleme. Die Politik allein kann die Schwierigkeiten nicht meistern“, stellt Schulz fest.
Ein Bündnis für die Familie (450 davon gibt es bundesweit) vernetzt bereits vorhandene Angebote wie Kinderbetreuung oder Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche und Senioren, greift neue Anregungen auf und setzt sie möglichst um. Schon die Vorarbeit, bei der die Initiatoren Unterstützung vom Bürgerservice Bonn erhielten, machte deutlich, wie groß das Interesse an bedürfnisorientierten Angeboten in Schwalmtal ist. Spontan bildeten sich vier Arbeitsgruppen, die Projekte zu den Themen „Elternberatung“, „Elternatlas“, Plattform für Aktive“ und „Familienfreundliche Unternehmen“ anregten. Mit den Unternehmen Kamps, Tacken und dem Kinderdorf Bethanien hat das Bündnis bereits Partner gefunden. „Wir waren erstaunt, wie sehr Firmen an Familienfreundlichkeit interessiert sind. Es bindet gute Mitarbeiter und hilft, neue gute Leute zu finden“, sagt Klaus Esser (Bethanien-Geschäftsführer).
Maria Beiten (Grüne) gab die Initialzündung: „Familien sind unsere Zukunft. Ihre Bedürfnisse müssen wir ernst nehmen.“ Sie hofft, dass politische Entscheidungen in Schwalmtal künftig auch durch den Fokus „Familie“ betrachtet werden. Für sie und Hermann Josef Güldenberg ist aber wichtig, dass sich die Politiker nur als Anschieber für das neue Bündnis verstehen: „Wenn wir es schaffen, ein Klima gegenseitiger Hilfe und Aufmerksamkeit in der Bevölkerung zu schaffen, ist das sehr viel.“ Die Gründungsversammlung soll dazu beitragen. „Viele tolle Ideen schlummern schon in den Köpfen“, äußert Dietlind Bielefeld, Gleichungsbeauftragte der Gemeinde. Sie ist Ansprechpartnerin für Anregungen und Kontakte - egal, ob es um Omas auf Zeit, einen Einkaufsdienst für Kranke oder Hausaufgabenbetreuung geht. -
/HELGA SEIFERT Quelle: Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Publikation: Rheinische Post Viersen Ausgabe: Nr.80 Datum: Samstag, den 05. April 2008 Seite: Nr.13
Schwalmtal (hs) Kinder, die gerade erst das Laufen lernen, tragen in der Regel noch Pampas. Wer ein Jahr und zwei Jahre alt ist, kündigt auch nicht „Pipi“ oder „A-a“an. Lediglich ein Unwohlsein, oft mit einem Quengeln verbunden, macht auf das Malheur aufmerksam. Was das mit dem geplanten Kinderbildungsgesetz zu tun hat? Sehr viel, meinte Grünen-Ratsfrau Maria Beiten, als sie am Dienstagabend im Rat Schwalmtal für ihre Fraktion eine Resolution gegen das „KiBiz“ einbrachte.
Das Szenario: Künftig werden sich zwei Erzieherinnen um fünf solcher kleinen Hosenscheißer und 15 weitere Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren kümmern müssen. Beiten: „Das soll Bildung, das soll Förderung sein von Kindern, die in Zukunft unsere Gesellschaft stützen sollen?“ Die stellen sich auch CDU und FDP anders vor, „allein es muss auch bezahlbar sein“, meinten Lothar Höckendorf (CDU) und Dr. Bernd Simonis (FDP). Nachbesserungen stehen für Christdemokraten und Liberale außer Frage, eine Muster-Resolution der Grünen, wie sie auch in anderen Städten und Gemeinden diskutiert wird, lehnen sie aber ab. „Diese Standpunkte sind dem Landtag durch die Wohlfahrtsverbände längst bekannt“, so Höckendorf. Seine Fraktion befürwortete eine Resolution, die die Auswirkungen des KiBiz in Schwalmtal konkretisiert. Diesem Vorschlag wollten die Grünen nicht folgen. Das Wohl der Kindes geriet in der anschließenden Diskussion immer wieder aus dem Blickfeld.
Parteipolitisches Gezänk („Erst muss der Schuldenberg abgebaut sein, den Rot-Grün hinterlassen hat“ - „Der Demographiebericht zeigt doch, was uns droht, wenn wir Kinder nicht fördern“) stand im Vordergrund. SPD-Sprecher Christian Pesch mahnte, das „Schaulaufen“ zu beenden und zum Kern der Sache zu kommen: . „KiBiz wird die Kommunen und die Träger finanziell stark treffen - und damit auch unsere Kinder.“ Für einen gemeinsamen Nenner reichte das nicht. Es soll ein Schwalmtal-spezifisches Papier geben - Inhalt offen.
- Quelle: Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Publikation: Rheinische Post Viersen Ausgabe: Nr.219 Datum: Donnerstag, den 20. September 2007 Seite: Nr.14
Schwalmtaler Eltern, deren Kinder unterschiedliche Tageseinrichtungen besuchen, werden
künftig nicht mehr doppelt zur Kasse gebeten. Für Geschwisterkinder entfällt der Beitrag zur Offenen Ganztagsgrundschule.
VON HELGA SEIFERT
Schwalmtal. Es mutet paradox an. Besuchen Geschwisterkinder in Schwalmtal denselben Kindergarten, zahlen die Eltern für das zweite Kind nichts. Wird der Nachwuchs eingeschult und wird in der Offenen Ganztagsgrundschule (OGS) betreut, ist es mit dem Rabatt vorbei. Dann wird die Familie zweimal zur Kasse gebeten. In Viersen wären Eltern wie Sonja und Boris Hilkes besser dran. Die Kreisstadt wendet den Geschwisterrabatt auch auf die OGS an. Die Hilkes stellten, unterstützt von 31 anderen Eltern, einen Bürgerantrag, die Vorgehensweise in Schwalmtal zu ändern.
Mit ihrer Forderung liefen die Eltern im Schulausschuss offene Türen ein. Die Grünen hatten einen ähnlich lautenden Antrag schon vor den Sommerferien formuliert, waren damit aber gescheitert. Die SPD bemühte sich auf Kreisebene um eine einheitliche Regelung, fand aber keine Mehrheit. Jetzt sprachen sich auch CDU und FPD dafür aus, Geschwisterkinder in der OGS freizustellen. Bedenken von FDP-Chef Dr. Bernd Simonis, ob es im Nothaushalt überhaupt möglich ist, auf diese Einnahmen zu verzichten, zerstreute Lothar Höckendorf (CDU): Die Gemeinde habe sich angesichts ihrer schlechten Finanzsituation die OGS von der Bezirksregierung extra genehmigen lassen, „ich gehe davon aus, dass wir uns im Rahmen unseres Handlungsspielraumes bewegen.“
Zu Beginn des neuen Schuljahres besuchten 183 Schwalmtaler Kinder die Offene Ganztagsgrundschule: 51 werden in der Grundschule Amern betreut, 30 in der Schule an der Schwalm und 101 in der Grundschule Waldniel. In 18 Fällen handelt es sich um Geschwisterkinder. Die Doppelbelastung der Eltern liegt zwischen 57 und 398 Euro im Monat. Die Sozialstaffelel klafft weit auseinander, weshalb Besserverdienende von der Neuregelung stärker profitieren. Bis 65000 Euro Jahreseinkommen der Eltern liegt der OGS-Beitrag bei 115 Euro, darüber bei 150 Euro im Monat. Der Vorschlag der FDP, den Beitrag bei den höheren Einkommen um 50 Prozent zu senken, stieß ebenso auf Ablehnung wie die Einführung eines Anerkennungsbeitrages von 10 Euro. Stefan Joebges (Grüne): „Die Beitragsregelung darf nicht anders als in Viersen sein. Die zehn Euro machen den Braten nicht fett.“ Der Beschluss des Schulausschusses fiel einstimmig aus. Das letzte Wort hat der Rat. In der anschließenden Bürgerfragestunde bedankte sich ein Vater, der den Elternantrag mit unterstützt hatte. Er regte eine freiwillige Spende der Besserverdiener an den OGS-Förderverein an, um dessen Einnahmeverluste etwas zu mildern. Ob die Gemeinde für die ausfallenden Beiträge von etwa 9000 Euro aufkommt, wird sich erst im kommenden Jahr zeigen. Dann steht allerdings auch eine Gebührenneuberechnung nach dem Kinderbildungsgesetz an, das 1. August 2008 in Kraft tritt.
- /HELGA SEIFERT
Quelle:
Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH
Publikation: Rheinische Post Viersen
Ausgabe: Nr.208
Datum: Freitag, den 07. September 2007
Seite: Nr.10
Die Grünen in Schwalmtal wollen „Lokale Bündnisse für Familien“ schaffen, um das Leben in der Gemeinde auch morgen attraktiv zu gestalten. Die anderen Ratsfraktionen reagieren auf die Zukunftsvision eher verhalten.
VON THORSTEN GÖRTZ
SCHWALMTAL Ist die Gemeinde Schwalmtal familienfeindlich? Diese Frage drängte sich zumindest der CDU-Fraktion beim Antrag der Grünen auf, die sich für „Lokale Bündnisse für Familien“ stark machen und in einem Antrag forderten, „Schwalmtal zu einer familienfreundlichen Gemeinde zu machen“. CDU-Fraktionschef Lothar Höckendorf stieß sich an der Formulierung und unterstrich: „Wir sind doch längst familienfreundlich.“ Ratsfrau Maria Beiten (Grüne) stellte im Ausschuss für Jugend, Soziales, Sport und Seniorenangelegenheiten aber klar, dass der Antrag nicht als Kritik, sondern als Art Zukunftsvision gedacht ist.
In der Gemeinde Straelen sind die Weichen für die Zukunft gestellt. Straelens Bürgermeister Johannes Giesen machte als Gastreferent deutlich, was es damit auf sich hat. Straelen widmet sich dem Thema „Lokale Bündnisse für Familien“ seit einigen Jahren und hat bereits erste positive Ergebnisse erzielt. Giesen wies in seinem Vortrag auf die demographische Entwicklung hin, die es notwendig mache, die Rahmenbedingungen von richtungsweisenden Planungen neu zu justieren. Er plädierte dafür, der Förderung von Familien und Kindern dabei eine hohe Priorität einzuräumen. „Die Familie wird in der Zukunft wichtiger sein als die Rente. Fette Bankkonten können keinen Rollstuhl schieben“, merkte der Straelener Bürgermeister etwas provokant an. „Wer Familien fördert, fördert die Attraktivität einer Kommune“, lautete eine weitere These.
Giesen führte zahlreiche Projekte auf, die in Straelen bereits mit Erfolg durchgeführt wurden und riet dazu, der Familienförderung eine politische Anbindung mittels eines Familienbeirats zu verschaffen. Wichtig sei, einen „Familienatlas“ zu erstellen, also einen Leitfaden, der alle Aspekte verdichtet zusammenfasst. Als „Knotenpunkt“ der Aktivitäten sollte es ein Familienzentrum geben, in dem alle Angebote und Dienstleistungen für Familien gebündelt werden. „Insgesamt kostet Familienförderung gar nicht viel Geld. Es geht eher um eine andere Prioritätensetzung.“
Der Fachausschuss war von dem Vortrag sichtlich angetan, auch wenn einige Ausführungen recht theoretisch erschienen. Lothar Höckendorf bat deshalb, sich die Aktivitäten einmal vor Ort anschauen zu dürfen. „Natürlich! So verstehen wir kommunale Zusammenarbeit“, zeigte sich Johannes Giesen kooperativ. Einig waren sich die Politiker, dass der Ansatz „Lokale Bündnisse für Familien“ nicht in den Akten verschwinden darf. -
THORSTEN GÖRTZ Quelle: Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Publikation: Rheinische Post Viersen Ausgabe: Nr.250 Datum: Freitag, den 27. Oktober 2006 Seite: Nr.10
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Das Damoklesschwert hängt über allen Kommunen: Die Geburtenzahlen sind rückläufig, vorhandene Infrastrukturen werden überflüssig. Schwalmtals Grüne wollen den Trend mit Familien-Bündnissen stoppen.VON HELGA SEIFERT
Schwalmtal. Schon jetzt müssen vielerorts Kindergärten schließen, Kirchen werden entwidmet, und Schulen verschwinden aus den Stadtteilen. Das Horrorszenario der Zukunft: fast menschenleere Orte, in denen Stillstand herrscht. Die Grünen in Schwalmtal wollen dagegen halten. "Die demografische Entwicklung zwingt uns, intelligente Strategien zu entwickeln, um die Gemeinde auch in Zukunft für die Bürger attraktiv zu gestalten", so ihr Argument. In der nächsten Sitzung des Ausschusses für Jugend, Soziales, Sport und Seniorenangelegenheiten am 24. Oktober im Bürgerhaus in Waldniel soll das Problem thematisiert werden. Kompetenter Referent ist der Bürgermeister von Straelen. Seine Kommune hat bereits Erfahrungen mit einer Lösung gesammelt, für die die Grünen auch in Schwalmtal Mitstreiter suchen: Lokale Bündnisse für Familien.
Der Vorstoß kommt nicht von ungefähr. Schwalmtal hat mit der Schließung des Krankenhauses einen wichtigen Standortfaktor eingebüßt. Im Wettbewerb mit den Nachbarkommunen kann die Gemeinde derzeit nur noch das alle Schulformen umfassende Schulangebot in die Waagschale werfen. "Mit zurückgehender Geburtenzahl werden die Kommunen stärker in Konkurrenz treten und gerade um junge Einwohner werben", sagen die Grünen. Sie plädieren dafür, die Infrastruktur für Kinder, Kindergärten und Schulen, möglichst zu erhalten. "Eine ,familienfreundliche Gemeinde’ kann zum harten Standortfaktor werden."
Die Umweltpartei hat zum "Wie" konkrete Vorstellungen entwickelt, damit es nicht bei einem Lippenbekenntnis wie in anderen Städten und Gemeinden bleibt. Ihr Vorschlag: Das "Lokale Bündnis für Familien" soll gute Betreuungsangebote für Kinder, Möglichkeiten für junge Familien, Beruf und Familie zu vereinbaren, familienfreundliche Einkaufsbedingungen bis hin zu verkehrspolitischen Maßnahmen schaffen. Um das Ganze finanzieren zu können, denken die Grünen an eine Zusammenarbeit mit Partnern aus Wirtschaft und Verbänden. "Für kleine und mittelständische Unternehmen ist es oft nicht möglich, eigene Kinderbetreuung anzubieten, aber gemeinsam mit einem Lokalen Bündnis ist dies durchaus möglich." Vorteil für Firmen, die sich an der Kinderbetreuung beteiligen: Die Mitarbeiter sind flexibler bei den Arbeitszeiten, "ein wichtiges Argument auch im Hinblick auf den schon jetzt eklatanten Fachkräfte-Mangel". Wissenschaftliche Studien belegen den hohen Stellenwert der "Familienfreundlichkeit" bei der Standortwahl. Die ist für Neubürger ebenso von Interesse wie für Unternehmen, die sich ansiedeln wollen. -
/HELGA SEIFERT
Quelle: Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Publikation: Rheinische Post Viersen Ausgabe: Nr.221 Datum: Freitag, den 22. September 2006 Seite: Nr.19
Information zu einem "Lokalen Bündnis für Familien" in Schwalmtal. Vorgestellt durch einen Referenten mit Praxisbeispiel. Begründung: Schwalmtal zu einer familienfreundlichen Gemeinde zu machen, hat viele Vorteile. Durch die demografische Entwicklung sind Städte und Gemeinden immer mehr gezwungen, sich intelligente Strategien auszudenken, um ihre Kommune in Zukunft für die Bürger attraktiv zu gestalten.
Mit zurückgehenden Geburtenzahlen werden die Kommunen in Konkurrenz treten und gerade um ihre jungen Einwohner werben. Die Infrastruktur für Kinder, unsere Kindergärten und Schulen, soll möglichst erhalten bleiben. Dann wird Familienfreundlichkeit vom "weichen" zum "harten" Standortfaktor. Ein gutes Betreuungsangebot für Kinder, Möglichkeiten für junge Familien, Beruf und Familie zu vereinbaren, bis hin zu familienfreundlichen Einkaufsmöglichkeiten und verkehrspolitischen Maßnahmen gehören dazu.
Für die Gemeinde Schwalmtal, die sich in großer Finanznot befindet, ist es besonders wichtig, Finanzpartner zu finden, die die familienfreundlichen Aktivitäten unterstützen. Da die neue Landesregierung die Mittel für Kindergärten und Jugendeinrichtungen immer stärker kürzt, sind wir gezwungen, intelligente neue Lösungen zu finden. Eine Zusammenarbeit mit Partnern aus Wirtschaft und Verbänden könnte dazu führen, jetzt noch nicht vorstellbare Projekte zu initiieren. Für Unternehmen kann es sich im Gegenzug sehr positiv auswirken, familienfreundliche Maßnahmen anzubieten. Für kleine und mittelständische Unternehmen ist es oft nicht möglich, eigene Kinderbetreuungen anzubieten, dies scheint aber im Verbund in einem Lokalen Bündnis für Familien durchaus realisierbar.
Lokale Bündnisse für Familie sind:
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Lokale Bündnisse für Familien schaffen:
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Eine kostenlose, professionelle Unterstützung bietet das Servicebüro Lokale Bündnisse für Familie an, das schon viele unterschiedliche Bündnisse beim Aufbau begleitet und beraten hat.
http://www.lokale-buendnisse-fuer-familie.de
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Auf einem „Familiengipfel“ hat die Bundesregierung gemeinsam mit Vertretern der Wirtschaft festgestellt, was seit langem bekannt ist: Berufstätigkeit und Kinder unter einen Hut zu bringen ist in Deutschland immer noch ein großes Problem. Die Initiative „ Allianz für Familie“, die noch unter der rot-grünen Bundesregierung ins Leben gerufen wurde, will sich dem Problem der Vereinbarkeit von Familie und Beruf annehmen. Doch außer warmen Worten und einer einmaligen Anschubfinanzierung für Betriebskindergärten ging vom Gipfel mit Frau von der Leyen bisher kein Signal für eine nachhaltige Verbesserung aus.
Die Kinderkommission von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat in ihrem Bericht vom 17.07.2006 zentrale Forderungen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf aufgestellt.
1. Betreuung hat Priorität! Wir wollen einen Rechtsanspruch auf Betreuung ab dem ersten Lebensjahr einführen.
2. Kostenloses Kindergartenjahr: Kinderbetreuung ist immer noch viel zu oft eine finanzielle Belastung für die Eltern. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern deshalb in einem ersten Schritt ein beitragsfreies Kindergartenjahr. Langfristig wollen wir ein beitragsfreies qualifiziertes Ganztagesbetreuungsangebot für alle Kinder vom 1. bis 12. Lebensjahr.
3. Kinderbetreuungskarte: Wir wollen das Ehegattensplitting in ein Individualsplitting umwandeln und die frei werdenden Finanzmittel in Höhe von rund 5 Mrd. Euro in die Kindertagesbetreuung investieren. Über die Kinderbetreuungskarte erhalten die Eltern vom Bund insgesamt über 2 Mrd. Euro und können damit einen Betreuungsplatz in einer Kindertageseinrichtung ihrer Wahl mitfinanzieren. Je nach Art des Betreuungsplatzes schießt der Bund jährlich bis zu 3.600 Euro zu. Frei werdende Finanzmittel bei Ländern und Kommunen von über 2 Mrd. Euro sollen je nach regionalen Bedarfen in die Infrastruktur für Kinder und Familien fließen.
4. Flexible Arbeitszeitmodelle: Die strikte Trennung von Arbeitsleben und Privatsphäre und die klare Lebensphaseneinteilung in Kindheit und Jugend, Arbeitsleben und Rente verlieren zunehmend an Kontur. Hinzu kommt eine höhere Lebenserwartung. Deshalb brauchen wir eine Entzerrung der starren Dreiteilung von Ausbildung, Beruf und Familiengründung im Lebenslauf und mehr Zeit für Kinder im Alltag.
5. Mehr Ganztagsschulen: Wir wollen mehr Ganztagsschulen in Deutschland. Sie tragen dazu bei, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Das rot-grüne Ganztagsschulprogramm hat hier Impulse gegeben, die leider nicht von allen Ländern genutzt worden. In erster Linie sind Ganztagsschulen aber ein Schritt hin zu einer neuen Bildungsqualität. Ein ganztägiges Angebot fordert pädagogische Innovationen, die Raum für selbständiges, eigenverantwortliches Lernen und Arbeiten im Team ermöglichen.
6. Modell Lebensphasenteilzeit: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wollen ein neues Modell der Lebensphasenteilzeit prüfen. Es soll die Anpassung des Arbeitszeitvolumens und der Arbeitsplatzgestaltung an die jeweilige Lebenssituation ermöglichen, um Zeiten für Kindererziehung, ehrenamtliche Tätigkeit oder Pflege von zu Angehörigen ermöglichen.
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Maria Beiten, Ratsfrau von Bündnis 90/Die Grünen in Schwalmtal, hat die Familie dem Studium vorgezogen. Mit fast 20-jähriger Verspätung holte sie Versäumtes nach und engagiert sich jetzt für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. VON HELGA SEIFERT
Familienministerin Ursula von der Leyen spricht Maria Beiten aus der Seele. Obwohl die beiden Frauen politisch Welten trennen - die eine ist CDU-Regierungsmitglied, die andere Ratsfrau der Grünen in Schwalmtal - "verfolgen wir doch bei das selbe Ziel: Wir kämpfen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und wollen so dem Kindermangel in Deutschland begegnen", sagt Maria Beiten.
Die 41-Jährige weiß, wovon sie spricht. Sie hat drei erwachsene Söhne, und sie hat die Erfahrung gemacht: Kindererziehung und Studium oder Beruf lassen sich selten unter einen Hut bringen. Die Öffnung der Gymnasien für alle und der Run der jungen Frauen auf die Hochschulen erfordern seit langem ein Umdenken in der Familienpolitik. Maria Beiten: "Ich sehe das an meinen Söhnen und ihren Partnerinnen. Die haben alle eine qualifizierte Ausbildung und wollen ihren Beruf nicht aufgeben."
Maria Beiten hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, bessere Bedingungen für junge Frauen zu schaffen. Konkret denkt sie dabei an lokale Bündnisse für Familien. Partner aus Politik und Verwaltung, Unternehmen, Kammern, Gewerkschaften, freie Träger, soziale Einrichtungen, Kirchen und Privatinitiativen in Schwalmtal sollen sich zusammentun und ein Netzwerk für eine familienfreundliche Kommune bilden. Alle gemeinsam könnten den Aufbau von Familienzentren bewirken - "eine Art Kindertagesstätte, die das anbietet, was früher die Großfamilie geleistet hat", erläutert die 41-Jährige. Sie ist überzeugt, dass ehrenamtliches Engagement und größere Flexibilität der Behörden das Ganze auch finanzierbar machen. "Es gibt sicher Frauen in unserer Gemeinde, die als Tagesmütter einspringen würden, wenn Familien kurzfristig keine Betreuung haben." Großeltern könnten Familienpatenschaften übernehmen und Eltern entlasten - auch mal am Feierabend. Erziehungsberatung und Sprachförderung sollten in den Familienzentren angeboten werden, "damit zeitaufwendige Wege entfallen und auch solche Kinder von der Förderung profitieren, deren Eltern von sich aus nicht aktiv würden".
Die diplomierte Betriebswirtin setzt dabei auch auf die Vorteile für mittelständige Unternehmen. "Warum sollen sich Betriebe nicht in Kindertagesstätten einkaufen und so ihren Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern sichern?" Gerade für kleine Betriebe werde es in naher Zukunft immer schwieriger, Fachkräfte zu finden. Maria Beiten: "Familien sind an den Ort gebunden. Eltern springen als Arbeitnehmer nicht so schnell ab." Eine familienfreundliche Kommune verfüge über einen Standortvorteil, nicht nur unter personalpolitischen Aspekten: "Irgendwer soll das Produzierte ja auch kaufen. Aber ohne Kinder gibt es auch keine Kunden." (Rheinische Post vom 12. Juni 2006)